Hier finden sich meine Gedanken rund ums Liverollenspiel.

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Lagerbeleuchtung

verfasst 03.05.2016 20:03 in LARP
Kürzlich bin ich bei der Recherche nach Belegen für etwas, mal wieder von einem ins nächste gekommen. Das geht nun sicher vielen von uns so. In diesem Fall war es eine Abbildung aus der Maciejowski Bibel, auf der ich etwas ausmachte, das wie eine Hängelampe aussah. Vom Motiv der Abbildung ausgehend, würde ich es für ein ewiges Licht halten. Das spielt für mich aber keine sonderliche Rolle. Denn was ich versuchen wollte, ist Licht nicht auf dem Tisch stehend sondern in luftiger Höhe anzubringen. Mein neues Sonnendach könnte derlei wirklich gut gebrauchen.

Vermutlich sind die Originale wie auf der Abbildung Talglampen oder ähnliches gewesen. Aber aus der Erfahrung meiner Öllampen, die ich für meine Tischbeleuchtung habe, weiß ich, daß so ein Glaskörper auch den Bereich unter sich recht gut beleuchten kann. Für eine hängende Lampe ist das ideal. Klar gibts auch solche mehrflammige Öllampen aus Ton im Handel. Die sind aber ziemlich heftige Spritfresser. Und ich wil ja nicht nur eine davon aufhängen sondern standesgemäße Festbeleuchtung ermöglichen.

Zunächst spielte ich erstmal mit der Idee Glaskörper und hängender Befestigung. Ein Windlicht schien mir die passende Wahl, mit Zugluft klarzukommen. Es musste nur konisch sein, damit es nicht durch eine Einfassung rutscht. Und Ketten kommen auch mit der Abwärme einer offenen Flamme klar. Es sollten nur welche sein, die offene Kettenglieder haben, so daß man sie mit einer Zange auf und zu biegen lassen. Ansonsten braucht man noch entsprechende eine Anzahl Biegeringe. Die Länge der Ketten habe ich abgeschätzt, indem ich ein Teelicht ins Glas getan und mit der Hand die Temperatur un verschiedenen Höhen geprüft habe. Das sind so etwa 30 cm und macht damit einen Bedarf inklusive der Einfassung von etwas über einem Meter. Letztlich noch ein Haken oben dran (hab S-Haken genommen und dann unten mit ner Zange zugebogen) und fertig. Mit nem Teelich drin könnte man diese Lampen jetzt schon benutzen.

Aber ich wollte ja Licht nach unten streuen. Mein erster Ansatz dazu war, einen Schwimmdocht zu fertigen.

Einen Korkuntersetzer zerschneiden und abschleifen bringt mir die passenden Schwimmer ein. Ein Lochblech lässt sich mittels Dremel zum Verbinder zurechtschneiden. Mittels eines Leimtupfers und ein paar Heftklammern wird das zusammengefügt und hält bombenfest. Dazu bedarf es nur ein wenig Geschick mit der Zange.
Einen Docht sollte man so wählen, daß er im Durchmesser der Lochgröße entspricht.Fertig ist der Schwimmdocht, der eben viel Licht nach unten durchlässt.

Ein Test des Konstruktes ergab, daß es funktioniert wie gedacht. allerdings ergab sich ein Problem: bei etwas Bewegung, wie sie eine Lampe die im Wind schaukelt durchaus bekommen kann, kann die Flamme auf den Kork überspringen. Der saugt sich nämlich ebenfalls mit dem Öl voll und funktioniert genausogut als Docht, die der eigentliche Docht selbst. Die resultierende Flamme war natürlich viel zu groß und zu heiß. Zu riskant für meine Bedürfnisse. Immerhin wollte ich das unter ein Zeltdach hängen. Verbuchen wir den Kork also unter Lehrgeld.
Die Lösung war, mit Schrauben eine Art Dreibein zu schaffen und den Kork wegzulassen. Damit habe ich weniger Flächen, die Schatten werfen im Glas und bis auf den Docht, nichts mehr was die Flamme trägt. Das Problem mit dem Flammenüberschlag war damit vom Tisch. Durch die Länge der Schrauben wird nur die Füllhöhe fürs Lampenöl begrenzt. Das war für mich nicht schlimm.
Dafür ergab sich eine Wärmebrücke. Die Hitze der Flamme übertrug sich über das Metallgebilde auf das Glas. Das Windlicht wurde recht warm. Nach einer halben Stunde Brenndauer war es so warm, daß es ich es nicht mehr mit der bloßen Hand anfassen wollte.
Ich habe mir dann lufttrocknenden Ton (Soft-Ton) besorgt und daraus kleine Kegel geformt. In die muß man nur ein passendes Loch gleich mit reinformen (ich hab um den schaft eines 3mm Bohrers herummodelliert). Nach Packungsanleitung braucht der Ton 2 Wochen zum austrocknen. Nachdem die vorbei waren, musste ich nur noch die Kegel auf dem Lochblech befestigen. Ein paar Tupfer Uhu endfest funktionierten da super.

Nun noch Docht durchziehen und fertig. Ein Test über 3 Stunden Brenndauer ergab ein nur gerade handwarmes Glas. Der Ölverbrauch betrug etwa 20ml. Wenn ich bedenke, daß ich bei einer Füllstandshöhe bis zum Lochblech hoch ca 75 ml einfüllen kann, ergibt das über 10 Stunden Brenndauer ohne nachfüllen. Das reicht problemlos selbst für lange Lagerabende. Gekostet hat mich das ca 75€ für insgesamt 24 dieser Lampen. Den Stückpreis kann keine Laterne und kein sonstiges Beleuchtungsmittel toppen.
Kleiner Tip: der Docht sollte höchsten 1-2 Millimeter über die Öffnung herausragen. Ist er zu lang, rust die Flamme und obendrein geht der Ölverbrauch hoch.

Und so sehen die guten Stücke dann im Einsatz aus:

Ich bau mir einen Zinnenhut

verfasst 13.03.2015 09:08 in LARP
Ich wurde gebeten, doch mal eine Bastelanleitung zu meinem neuen Hut zu machen. Gemeint ist damit ein Zinnenhut, wie er im Codex Manesse auf wirklich vielen Abbildungen zu sehen ist.
Natürlich ist der Hut längst fertig und ich erstelle dies hier im Nachhinein, also gibts wenig work-in-progress Bilder. Und wie immer bei Bastelanleitungen gilt die Empfehlung: erst lesen, dann eigene Gedanken dazu machen, dann erst Schritte zur eigenen Umsetzung machen.

Was braucht man
  • Stoff fürs Käppchen (bei mir Wolltuch aus der Restekiste vom Gewand) - 6 Stücke ca 15x15cm
  • Futterstoff (hab Leinen verwendet, ebenfalls aus der Restekiste) - Menge wie beim Oberstoff
  • Filzplatten (fester Wollfilz, 3-5mm stark) - 8 Flächen ca 10x15cm
  • Material für Verzierungen

Schritt 1: Ausmessen
Zwei Maße werden benötigt. Zum einen der Kopfumfang, zum anderen aber auch eines für die richtige Höhe. Und da ich geplant habe, das Ding über einer Bundhaube zu tragen, habe ich die Messungen natürlich auch mit Bundhaube gamacht.
Der Umfang ist nun recht einfach zu messen. Einmal um die Stirn oberhabl der Ohren das Maßband anlegen und gut. Bei der Höhe ist das schon schwieriger. Wenn ich von einem Ohr über den Scheitel zum anderen Ohr messe, bekomme ich nämlich ein anderes Maß als wenn ich die Messung von der Stirn zum Hinterkopf mache. Unsere Köpfe sind nämlich eher Eierförmig als rund. Ich habs mir einfach gemacht und das Mittelmaß dazwischen genommen.

Schritt 2: Das Käppchen
Je nach Perspektive sieht man auf manchen Abbildungen eine Innenkappe. Die hat auch eine klare Funktion. Sie dient als Träger für diese archetypische Krempe und gibt Halt auf dem Kopf. Sie verhindert, daß einem das Ganze über die Ohren rutscht.
Was man braucht sind Dreiecke. Und zwar mit abgerundeten Seiten. Am besten geht das mit Scherenschnitt-Technik. Man nimmt sich ein Stück Papier, zeichne mitten drauf das halbe Höhenmaß (blaue Linie auf der Skizze). Dann unten im Rechten Winkel 1/12tel des Kopfumfanges (wenn man, wie ich das Käppchen aus 6 Teilflächen aufbaut) anzeichnen. Entlang der blauen Linie falten und eine geschwungene Linie zeichnen (die schwarze Line in der Skizze). Dann entlang der Roten und schwarzen Line ausschneiden und fertig ist das Muster.
Das Muster insgesamt 6 Mal auf den Stoff übertragen (plus Nahtzugabe, nicht vergessen) und ausschneiden. Und auf dem Futterstoff auch nochmal. Dann kann man die Flächen an der schwarzen Linie zusammennähen. Und zum Schluss setzt man noch Futter und Obermaterial aneinander und näht beides an der roten Linie zusammen.
Zum Schluss kann man noch nen Knubbel in der Art von Stoffknöpfen machen und den dann auf die Spitze setzen. Der ist rein dekorativ und kann im Zweifel ein bisschen verdecken, denn man die Nähte nicht ganz 100%ig zusammenlaufen hat. Man sieht diesen Knubbel auf manchen der Zeichnungen.

Schritt 3: die Krempe
Die Betrachtung der Bildvorlagen ließ mich zu dem Schluss kommen, daß wahrscheinlich 8 Teilflächen die Krempe bilden. Obendrein ist diese meist schräg nach außen gerichtet. Um das Umzusetzen brauchte ich ein steifes Material. (Oder ich hätte mit Stäbchen, Draht ect rumoperieren müssen - viel zu kompliziert)
Die Wahl fiel auf Filz. Allerdings muß man da aufpassen was man kauft: Das meiste was man an Filf zu kaufen bekommt ist Bastelfilz aus Polyester. Daneben gibts noch sehr unterschiedliche Stärken aber auch verschiedene Dichte. Filz von nur 1mm ist einfach nicht formstabil genug. Das gleiche gilt für sehr fluffige Filze. Für meine Bedürfnisse musste es Wollfilz sein.
Aus den Filzplatten schneidet man nun 8 Trapeze. Deren untere Kante entspricht 1/8tel (plus Nahtzugabe) des Kopfumfanges. Bei mir sind das 11cm. Wer nen Dicken Kopf hat oder die Krempe stärker ausstellen will, braucht mehr. Bei ner schmalen Rübe eben weniger, aber abschneiden kann man immer noch.
Die Höhe der Trapeze ist etwas nach Daumen auf 10cm festgelegt. Ich habs abgeschätzt, indem ich mittels Papiermuster probiert habe, dis die Innenkappe bei geradem Blick noch ein kleines Stück über die Kante der Krempe oben hinausschaut.
Die Breite der oberen Kante bestimmt dann den Winkel. Bei mir sinds 15cm, also auf jeder Seite 2cm mehr als die untere Ecke. Ich hatte ursprünglich mehr (3cm an jeder Seite), hab aber in einem Feldtest mitbekommen, daß dann der Wind recht stark oben rein drückt.

An den Schrägen näht man nun die Kanten zusammen, so daß sie nach außen zeigen. Man sollte hierbei bedenken, daß das eine sehr sichtbare offene Naht ist. Also entweder ein hübsches Schrägband mit einplanen oder eine ansehnliche Ziernaht machen.
Zum Schluss setzt man die Krempe dann ans Käppchen an und näht alles zusammen. Normale überwendliche Stiche kommen da am Besten, weil da die Hutkante, die an der Stirn liegt wunderbar fest ausdefiniert wird.

Schritt 4: Verzierungen
Wenn man sich die Bildvorlagen anschaut, erkennt man daß die Flächen der Hutkrempe die selbe Gestaltung hat, die Fellbesetze an diversen Kleidungsstücken. Wahrscheinlich sind diese Hüte also mit Fell besetzt gewesen. Ich hab mich aus stilistischen Gründen (Ich verwende Fell nur in sehr seltenen Ausnahmefällen) für andere Verzierungen entschieden.
Applikationen einer meiner Wappensymbole (nur nicht zuuu groß) sowie Kordelband entlang der Kanten mit Zierstichen fixiert und Jadeperlen an den Spitzen runden das Bild ab.

Varianten von Schwertgurten

verfasst 25.08.2012 16:30 in LARP
In einem anderen Artikel schrieb ich kürzlich von einer Variante, wie man sehr günstig und mit einfachen Mitteln eine Schwertscheide bauen kann. Da ich viele Stimmen vernommen habe, die nach passender Gürtung des Ganzen fragten, beschreibe ich hier einmal kurz verschiedene Möglichkeiten.

Für alle Varianten gilt: mach dir bereits Gedanken, wie in etwa du die Schwertscheide mit dem Gurt verbindest, während du die Scheide baust. Bestimmte Aufhängungen lassen sich nur dann sinnvoll angehen, wenn beim Bau der Scheide Voraussetzungen dafür geschaffen wurden.
Darüber hinaus empfehle ich zum einen, sich Schnalle und Gürtelspitze (usw) zuerst auszusuchen und sich den passenden Lederriemen erst danach zu holen. Nichts ist nerviger als hinterher festzustellen, daß man die falsche Riemenbreite hat.
Zum anderen empfehle ich gut darauf zu achen, was man da für einen Gurt kauft. Ich selber nehme ausschließlich Oberleder (narbenseitiges Leder, welches mal die Hautoberfläche war) in Stärke von 3-4mm. Im Handel findet man das meist als Volleder bezeichnet. Das ist das stabilste und haltbarste Leder und hält bei entsprechender Pflege ewig. Wers besonders Haltbar mag nimmt Blankleder.

Man bedenke bitte: ALLE meine eigenen Schwertscheiden mache ich prinzipiell so, daß ich Schwertgurt und Scheide voneinander trennen kann. Der Grund dafür ist einfach: zum Training packe ich meine Schwerter alle zusammen mitsamt Scheide in eine passende Tasche. Die Gurte nerven da drin aber nur und werden unnötig verschlissen. Ergo mach ich die nur dran, wenn ich für eine Veranstaltung das Schwert an der Hüfte tragen will.

1. einfache Schlaufe
Diese Aufhängung ist nichts als ein Riemen der eng um die Scheide anliegt und der in einen normalen Gürtel eingehängt werden kann. Das gibt es aber auch als Variante bei der der Gurt gleich direkt befestigt ist. Die Scheide hängt dabei senkrecht in der Schlaufe nach unten. Für einen Dolch ist diese Aufhängung schon ob der Einfachheit eine Überlegung wert. Ein Schwert trägt sich so aber nicht so angenehm, weil es dann weiter unten öfter mal beim Laufen gegen die Beine schlägt.
Diese Art der Aufhängung benötigt, daß die Scheide einen Wulst oder eine Anschlagkante am Mundblech hat, damit die Scheide nicht einfach in der Schlaufe nach unten durchrutscht. Ein festkleben der Schlaufe an der Scheide wäre vielleicht eine Alternative.

2. hängende Scheide unter "normalem" Gürtel
Zwei Riemchen werden um die Scheide gelegt, die ihrerseit jeweils Schlaufen für einen Gürtel haben, den man dort durchziehen könnte . Anders als in meinem Bild kann man alternativ auch die Riemchen direkt an die Scheide anbringen. Es ist von hoher Wichtigkeit, daß man den Balancepunkt von Scheide mit sowie ohne Schwert darin kennt. der obere Riemen muß nämlich noch über dem Balancepunkt mit Schwertbefestigt werden, der untere unterhalb des Punktes ohne Schwert. Beachtet man das nicht, kann die Scheide vornüber (mit Schwert) oder hintenüber (ohne Schwert) kippen. Eine Eigenheit dieser Variante ist es, daß die Scheide beim Laufen auf der Hüfte "hüpft" und immer leicht dagegen schlägt.
Der Vorteil dieser Art und Weise ist, daß man keinen extra Gürtelriemen kaufen und verarbeiten muß. Man kann einen bereits vorhandenen Gürtel nehmen. Dennoch ist es empfehlenswert, einen extra Gürtel zu nehmen und nicht etwa den normalen Leibgurt, den man sowieso trägt. Dadurch kann man das Schwert samt Gurt nämlich problemlos abnehmen (z.B. wenn man sich wo setzen will).

3. getrennter Gurt mit einfachen Schlaufen
Hier wird der Schwertgurt in zwei Teilstücke unterteilt. Ein kurzes Teil, welches anliegend unterm Scheidenmund angebracht wird (und an welchem man eine Schnalle ansetzen kann). Und ein langes Teil, welches weiter unten an der Schwertscheide (ebenfalls anliegend) befestigt wird und das dann um den Körper herumlaufen und in einer Riemenzunge (für die Schnalle) enden soll. Für diese Art und Weise der Aufhängung ist es zwingend erforderlich, daß die Scheide konisch (also zum Scheidenmund hin breiter werdend) verläuft oder daß Wulste angebracht werden, dort wo die Riemen letztlich liegen sollen. Ich habe auch schon eine Variante gesehen, bei der die Befestigungen relativ nach beieinander waren und der Sturz (der Neigungswinkel) der Schwertscheide mittels eines dritten (verstellbaren) Riemenstücks realisiert wird, der nach hinten zum langen Riemen läuft (Ein Beispiel dafür gibts beim "Traumschmied" Arno Eckhardt).
Der Vorteil dieser (und der folgenden) Variante ist, daß die Scheide relativ fest an der Hüfte anliegt, also nichts "rumklappert".
Wichtig ist bei dieser Variante, daß die Schlaufen eng anliegend genäht werden. Dazu gehört ein bisschen Übung. Es hilft, die Schlaufen ein klein wenig enger zu machen als eigentlich nötig. Wenn man die Schlaufen auf die Scheide schiebt (spätestens wenn man das Schwert trägt) geben Nähte und Leder eh noch ein kleines bisschen nach. Aus diesem Grund kann man ein Vernieten der Schlaufenteile hier auch definitiv vergessen. Das Nähen ist aber nicht schwer, einfach mal nach Sattlernaht bzw Sattlerstich suchen.



4. Riemenhülse mit angesetzten Gurten
Diese Variante ist zu Optimierung der vorhergehenden gedacht. Es gibt hier ein langes, breiten Riemenstück, das an der Scheide eng anliegt (im wird das über die Schnürung realisiert). Die beiden Befestigungspunkte des kurzen und des langen Riemens sind hierbei durch diese Hülse verbunden. Das erschwert das "durchrutschen" sehr deutlich, so daß man nur noch eine sehr geringe Verjüngung der Scheide benötigt. Eine völlig gerade Schwertscheide benötigt aber auch hier zumindest eine kleinere Kante oder Wulst am Scheidenmund.
Ich habe bei dieser Variante außerdem mit D-Ringen experimentiert um einem gewissen Verknicken des kurzen Riemenstücks Raum zu geben und das damit zu vermeiden. Das erhöht Tragekomfort und auch die Lebensdauer des Riemens.



5. fest angebrachte D-Ringe
Hier habe ich die D-Ringe wie im Vorgängermodell verwendet, aber den oberen abermal in anderem Winkel. Dadurch wird der dort beschriebene Effekt noch weiter verbessert. Die Riemen werden hier mittels Schnallen an die D-Ringe angebracht (könnte man auch nähen, wenn man den Gurt nicht - wie ich - abtrennen können möchte). Die D-Ringe sind mittels Lederstücken an die Scheide geklebt.


6. Naumburger Stil
Eine sehr hübsche und auch sehr bekannte Variante ist die, welche die Vorlage von den Stifterfiguren am Naumburger Dom nachbildet. Dabei werden die Riemenstücke geteilt und verflochten. Voraussetzung für diese Art und Weise der Aufhängung ist, daß die Scheide (typischerweise mit Leder) bespannt wird. Obendrein, können Riemen und Bespannung nur begrenzt dick sein, weil sonst das verflechten nicht mehr geht.
Ich selber habe dies (bisher) noch nicht versucht umzusetzen. Deshalb kann ich dafür nur auf die Versuche von anderen verweisen.
z.B. diese Anleitung (so ab der Hälfte des Artikels gehts mit Gurt los)
Weitere Beispiele gibts hier oder hier und noch an vielen vielen weiteren Stellen im Netz. Dies ist so ziemlich die meistzitierte Aufhängung im Netz für ein Schwert.
Wie man sehen kann, ist das eine eher aufwändige Art, sein Schwert aufzuhängen (wie viel einem der großartige Stil wert ist, muß jeder selber wissen).

Zum Abschluß erlaube ich mir mal noch die Bemerkung, daß diese Auflistung in keiner Weise erschöpfend ist. Es sind nur ein paar Beispiele. Ich würde mich über andere Ideen sehr freuen.

Lothaires Spielangebote

verfasst 11.07.2012 08:40 in LARP
Hier mal ein paar Worte darüber, wie man meinen Ritter Lothaire de Silvaron recht leicht anspielen kann. Ich hoffe, dass das zu mehr Verknüpfungsmöglichkeiten und letztlich zu tiefer gehendem Spiel führt. Ein kurzer Spoileralarm an diejenigen, die hoch immersives Spiel bevorzugen und daher als Spieler nicht mehr wissen wollen, als ihre Figur weiß: Dieser Artikel ist voll von solchen Dingen. Weiterlesen auf eigene Verantwortung. ;)

Lothaire hat das Schlachtfeld als primäre Domäne. Ich habe schon so einiges an Gefechten geschlagen und einen breiten Erfahrungsschatz diesbezüglich. All diese Erfahrung kann ich sehr gut mit Lothaire unterbringen und ausleben. Entsprechend kann man mich sehr gut auf diese Erfahrung anspielen. Seien es handfeste taktische Ratschläge, praktische Manöver-, Kampf- und Ausrüstungstipps oder einfach erlebte Anekdoten.

Mit meiner Figur Lothaire bediene ich in vieler Weise das Klischee des romantisierten Ritterbildes. Trotz einer Anlehnung an realhistorische Ritter kann man mich eigentlich sehr leicht mit Situationen wie "Dame in Not" (wobei diese beiden Begriffe ganz sicher nicht wörtlich zu nehmen sind: auch eine einfache Bäuerin mit einem höflichen Hilfegesuch könnte durchaus funktionieren) oder eine "ehrenvolle Herausforderung" (wobei hier das ehrenvoll durchaus wörtlich gemeint ist: einen sportlichen Wettkampf fürs Volk werde ich höchstens beobachten nicht partizipieren - oder vielleicht noch nichtmal das, ich will ja niemandem durch meine Anwesenheit die Ungezwungenheit und damit den Spaß nehmen) erreichen und anlocken. Und es gibt noch unendlich mehr Beispiele für ein solches Anspielen von Klischees.

Darüber hinaus nehme ich meine Rolle als "nicht gefestigt im Statusbild" war. Lothaire ist keineswegs unbefleckt in seiner Ehre und seinem sozialen Stand. Er hat das Gefühl, ständig beweisen zu müssen, dass er der Ritterschaft würdig ist. Mitunter führt das zu Überkompensation. Oft ist hier aber sehr intensive Selbstreflektion die Folge. Das geschieht vorrangig in Gesprächen, die ich mit Vertrauten führe.
Hier ist es sicher schwerer für andere, daran teilzuhaben. Aber möglich (zumindest wenn man es weiß) sicher durchaus. Zumindest kann jeder davon ausgehen, dass er mir sehr persönliche und intensive Momente bescheren kann, wenn er mich mit Dilemmas des ritterlichen Kodex (idealerweise so, dass ich auch betroffen bin) oder möglichen Verfehlungen daran meinerseits konfrontiert (muss ja nicht auf angreifende Weise sein: keiner verlangt, dass man so etwas mit dem Hintergedanken der Selbstprofilierung ansprechen muss).

Gerade was das "Protokoll" angeht, kann man mich durchaus als raubeinig ansehen. Lothaire schätzt "Leistungen" und "Fähigkeiten" sehr hoch und mitunter wichtiger als Stand und Status. Wenn ich also den hart arbeitenden einfachen Leuten, die schon länger auf das Essen warten, den Vortritt lasse und mich danach selbst bediene (anstatt mich von meinen Leuten bedienen zu lassen) dann kann man das durchaus bemerken, wenn man denn möchte, und mich darauf dann auch ansprechen.

Im Generellen (also Unabhängig von der Figur Lothaire) mag ich (hauptsächlich optisch) eindrucksvolle Szenerien. Also diese filmreifen Momente, bei denen man sich denkt: Was für ein Anblick, was für eine großartige Situation.
Und ich mag emotional berührende (oder gar belastende) Szenen. Also das berühmte Drama. Ich steh da drauf, wenn meine Figuren derart durch die Mangel gedreht werden. Und auch wenn ich dann vielleicht erstmal fertig bin, spätestens hinterher werden mir solche Momente ewig im Gedächtnis bleiben.

Schwertscheide bauen

verfasst 21.05.2012 19:40 in LARP
Heute beschreibe ich mal, wie ich meine Schwertscheiden baue. Das ist eine sehr, sehr einfache Technik, die mit wenig Materialkosten auskommt. Ein echtes Pro-Argument also, warum simple Gürtelschlaufen oder sonstige minimalistische Trageweisen unnötig sind.
Die hier beschriebene Technik gibt es im Netz noch an vielen weiteren Stellen beschrieben. Teil mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Tipps. Eine Suche nach den Stichworten Linothorax + Schwertscheide lohnt also.

Vorbereitungen:
Wie schon gesagt, das Ganze ist ziemlich einfach (nicht wesentlich anders als Pappmaché wie früher im Kindergarten). Man braucht nur wenig an Material und Werkzeug. Aber erst die gesamte Anleitung lesen und verstehen, dann erst Material kaufen und los legen. ;)

Material:
  • ca 1m Stoff (billigster Baumwoll Stoff ausm Ikea. evtl nimmt man auch Stoff, der in der Grundfarbe dem Endprodukt nahe kommt)
  • ca 750g Holzleim (ideal ist wasserfester - außer man will ein Stahlschwert einpacken)
  • Acrylfarbe in der Farbe, welche die Scheide letztlich haben soll (man kann alternativ auch mit Leder beziehen, dann entfällt die Farbe und man braucht dünnes Leder wie Polster-/Möbelleder statt dessen)
  • Paketband oder anderes Klebeband - möglichst breit
  • Zeitungspapier
  • optional: Filzmatte oder dicker Wollstoff (braucht man nur, wenn man ein Futter machen will. Bei Stahlwaffen ist das empfehlenswert. Bei Larpwaffen trägt das aber auf. Da diese Schwerter aschon von sich aus sehr dicke Klingen haben, wird die Schwertscheide mit sowas extrem dick.)

Werkzeug:
  • Pinsel (einfache Chinaborstenpinsel ausm Baumarkt)
  • Schere
  • Kreide, in einer Farbe, die man auf dem Stoff sehen kann (bei hellem Stoff tuts auch ein Bleistift)
  • Sandpapier oder ähnliches Schleifmittel
  • Cutter-Messer


Schritt 1: Einwickeln & Tapen
Zuerst wird das Schwert mit Zeitungspapier eingewickelt. Das Zeitungspapier fungiert als Platzhalter. Die Schwertscheide wird sich beim Trocknen leicht zusammen ziehen. Damit man hinterher das Schwert noch gut ziehen kann, bringt man so Spielraum ein. Wenn die Klinge sehr gerade verläuft (also vor dem Parier genauso dick ist wie kurz vor der Spitze) sollte man mehr Papier drauf tun (ca 10 Schichten) als bei einer Klinge die sich verjüngt (da reichen 3-4 Schichten locker).
In diesem Schritt ist es wichtig, irgendwelche Aussparungen und Kerbungen zu stopfen. Nirgends darf irgend ein Bereich der Klinge schmaler sein al alles was in Richtung Spitze noch kommt. Einfach kleinere Fetzen Papier zusammenknüllen und in solche Aussparungen stopfen.

Dabei auch das Parier, den Griff und den Knauf mit einwickeln. Das gesammte Schwert soll letztlich abgedeckt werden, auch wenn man natürlich im Griffbereich nur abdecken und nicht in vielen Schichten wickeln muß.

Nun wird, von der Spitze beginnend, alles mit Klebeband abgeklebt. Paketband oder ähnlich breites Zeug ist am Besten. Nur Kreppband geht nicht. Das Tape muß eine Kunststoff-Oberfläche haben, weil der Holzleim sich damit dann nicht verbindet.
Man sollte besonders darauf achten, daß keinerlei Öffnungen bleiben, durch die der Leim an das Zeitungspapier gelangen kann. Außerdem sollte man Falten im Tape gering halten. Insbesondere Quer verlaufende Rillen und Falten machen das Entfernen des Zeitung-Tape Polsters hinterher schwerer.







Auch hier wieder darauf achten, daß Parier und Griff usw komplett mit abgedeckt werden. Bei Kleben kommt es nämlich leicht dazu, daß Leim auf diesen Bereich läuft. Hat mans vorher abgedeckt, kommt das Schwert drunter nicht zu Schaden.












Schritt 2: Stoff zurecht machen
Wer ein Futter machen will, für den wäre jetzt der rechte Zeitpunkt (alle anderen überspringen diesen Teilabschnitt). Man nimmt das Futtermaterial und legt es Stoß an Stoß um die Klinge. Und zwar so, daß das Material anliegt (also nicht schlabbert) aber nicht zu straff sitzt (also noch Locker aufliegt). Es macht Sinn, mit ein paar ganz groben Stichen die Stöße aneinanderzunähen. Muß nicht vollständig und auch keineswegs formschön sein. Nur so, daß es selbstständig hält. Die Nahtstelle sollte dabei am Besten über dem Blatt der Klinge liegen, nicht über der Schneide.


Nun legt man das eingewickelte Schwert (Wer füttert, dann mit dem Futter) auf die Stoffbahn, und zeichnet an. Die Spitze bekommt dabei besonderes Augenmerk, denn sie wird abgewinkelt, wie im Bild zu sehen.













Die Breite sollte so bemessen sein, daß der Stoff etwa 1,5 Mal um das Schwert herumreicht. Die Stoffbahnen überlappen sich hier also. Das gibt zusätzlichen Halt, bedeutet aber auch zusätzliche Materialstärke am Ende.









Die Stoffstreifen werden nun in unregelmäßigem Abstand seitlich eingeschnitten. Einfach Freihand rein und gerne auch schief. Einschnitt tiefe sollte etwa ein Drittel der Breite (etwas mehr ist nicht schlimm) betragen.

Auf diese Weise sollte man etwa 6-8 solcher Streifen machen. Wer eine sehr biegsame Schwertscheide haben möchte macht nur etwa 4 und wer extrem hart bekommen möchte, der macht 10-12 Streifen oder sogar mehr.







Schritt 3: Kleben
Bevor man mit Kleben anfängt, sollte man sich ne Stelle suchen bzw zurechtmachen, wo man das Schwert dann nachher zum Trocknen aufhängen kann. Man kann Schlaufen um den Griff machen um daran dann an nem Haken festzubinden. Man kann, wenn das Schwert ein kräftiges Parier hat, auf einfach zwei Stangen nehmen auf die das Schwert dann auf dem Parier eingehangen wird. Wichtig ist, daß die Schwertscheide später frei hängen kann, ohne irgendwo direkt anzuliegen. Außerdem lohnt es sich, ne Dose oder Schale (irgendwas, das weg kann aber sich nicht voll saugt) unter die Aufhängung zu stellen. Die Scheide wird nämlich tropfen.
Außerdem empfehle ich, während des Klebens kurzärmelig zu tragen und ne Bastelschürze zu tragen. Man kleistert sich selbst (bzw seine Klamotten) nur zuu leicht ein und der Holzleim geht nie wieder vollständig aus dem Stoff rauszuwaschen. Aus dem gleichen Grund sollte man nicht über einem unabgedeckten Teppichboden arbeiten.

Nun heißt es Pinsel in Leim Tauchen und die Schwertklinge einpinseln, direkt auf das Tape drauf. Hat man ein Futter gemacht, wird dieses statt dessen eingekleistert. Man sollte immer nur dünn den Leim auftragen, sonst schwimmt die Ganze Sache stärker aufeinander und braucht obendrein länger zum durchtrocknen.











Da drauf wird nun die erste der Stoffbahnen mittig aufgelegt, so daß sie am Parier anliegt und an der Spitze. Den Stoff dabei in Längsrichtung schön straff ziehen und leicht (mit der Hand) andrücken.













Im Anschluss dreht man das Schwert (vorsichtig, damit der Stoff sich nicht gleich wieder ablöst), so daß die aufgelegte und angedrückte Stoffbahn unten "hängt". Nun fängt man an, vom Parier zur Spitze hin, die eingeschnittenen "Lappen" umzuklappen und mit dem Pinsel von der Kante hin zur Mitte glattzustreichen.

























Besonders "fummelig" ist das bei der Spitze. Dort ist auch besondere Sorgfalt gefordert, daß sich möglich keine (oder wenig) Leimblasen und Stoffalten ergeben. Dies ist gewöhnlich der schwierigste Bereich.

Die nächste Stoffbahn wird wieder genau so gemacht, nur daß sie dort aufgelegt wird, wo bei der vorhergehenden Schicht die Überlappungen waren. Dadurch wird das Ganze letztlich schön gleichmäßig.
Bitte immer darauf achten, daß Falten schön glatt gestrichen werden. Wenn sich mal ne Lücke bildet, dort wo man eingeschnitten hat, dann ist das nicht so schlimm. Das gleicht sich wieder aus. Aber Falten bleiben als Unebenheiten zurück, insbesondere wenn das in den oberen bzw. DER obersten Schicht passiert.

Das Prozedere wird nun wiederholt, bis alle Stoffbahnen drauf sind. Zum Schluss wird dann nochmal als oberstes alles eingeleimt. Früher habe ich alle Schichten in einem Ruck aufgeleimt und dann durchtrocknen lassen. Inzwischen weiß ich, daß es sehr viel sinnvoler ist, immer nur eine Schicht zu kleben und dann einen Tag trocknen lassen. Erst dann die nächste Schicht usw. Ob man alles auf einmal macht und dann ne Woche trocknet bevor man die Nacharbeiten beginnt oder ob man ne Woche lang jeden Tag nur eine Schicht klebt, macht keinen nennenswerten Unterschied. Aber das Trocknen geht dadurch insgesamt viel schneller.

(Man sieht hier recht deutlich, daß ich am Scheidenmund hier noch etwas zusätzlich angebaut habe. Nur im oberen Bereich ein paar zusätzliche Schichten um gezielt eine Verdickung zu schaffen. Die ist natürlich optional und dient in diesem Fall als spätere Hilfe um dem Schwertgurt nen Stopper zu ermöglichen. Es lohnt sich also, sein Projekt im Vorfeld komplett zu durchdenken. Auch im Hinblick, wie man seine Schwertscheide dann nachher tragen will.)

Und nun zum Trocknen aufhängen.




Schritt 4: Nachbearbeitung
Nach einem oder zwei Tagen sieht die Schwertscheide trocken aus. Der Kleber ist transparent geworden. ABER: das trügt. Im inneren ist das alles noch feucht.

Man kann aber bereits die Unebenheiten der obersten Schicht erkennen. Insbesondere dort wo die Überlappungen enden. Aber eben auch dort, wo man vorher unsauber gearbeitet hat (das passiert auch den Besten mitunter).




Auch wenn es jetzt noch deutlich zu früh ist, das Schwert aus der Scheide herauszuholen, kann man jetzt schon Nachbearbeitung betreiben. Man sollte z.B. alle Unebenheiten und Stöße schön plan schleifen.













Und dabei wieder besonders im schwierigen Bereich der Spitze nacharbeiten. Auch wenn man gut war, gibts hier fast immer Falten. Und die werden jetzt abgeschliffen. Je sorgfältiger man beim Kleben war, desto weniger hat man jetzt zu tun.












Ich selber schleife dabei meistens mit Dremel und Fächerschleifer bzw Fließfächerschleifer. Grobe Stellen kann man auch vorsichtig mit dem Cutter-Messer wegschnitzen.
Wenn man alles schön glatt geschmirgelt hat, streicht man nochmals alles mit dem Holzleim ein und läßt das Ganze dann wieder trocknen lassen. Man sollte bei diesem Trocknen darauf achten, daß sich keine Laufnasem im Leim bilden. Sollte das passieren, dann streicht man mit nassem Pinsel (wässrig-nass, nicht leim-nass) über die Stelle so daß sich die Nase verstreicht. Nach 1-2 Stunden ist die Oberfläche aber bereits angedickt genug, daß sich keine neuen Nasen bilden.
Spätestens nach der dritten oder vierten Wiederholung (bei denen man dann nicht mehr schleifen muß, außer man hat doch Laufnasen, die man übersehen hat) ist die Oberfläche dann glatt. Alle Rillen und Texturen vom Stoff sind überdeckt.

Man sollte der Schwertscheide im Insgesamten deutlich Zeit geben, bevor man das Schwert rauszieht. So 10 Tage bis 2 Wochen ist ein guter Wert. Länger kann man (insbesondere wenns eine sehr gerade, sich nicht verjüngende Klinge ist oder wenn man mehr Schichten geklebt hat), kürzer sollte man nicht. Auch nach zwei Wochen ist die Scheide im Inneren nicht durchgetrocknet. Sie ist dann nur fest genug, daß man nicht alles zerstört.
Das ziehen macht sich am Besten, wenn man das Tape und die Zeitung am Griff vorsichtig aufschneidet. Man muß nur etwas darauf achten, daß man nicht ins Schwert selber reichschneidet oder sticht. Und man sollte Längs schneiden und das Papier-Tape Zeug so intakt wie möglich lassen. Man kekommt so das Schwert aus dem Zeitungspapier gezogen, während dieses noch in der Scheide drin ist. Das überstehende Material, welches vorher am Griff war, braucht man um den Rest danach auch raus ziehen zu können.
Mitunter bekommt man die eingetapte Zeitung noch nicht gleich raus, weil der Leim innen eben noch zu nass ist. Man nimmt aber Druck raus, wenn das Schwert nicht mehr da ist. Und man kann dann mit nem langen flachen Stab (nicht grad aus Holz wegen dem Holzleim) zwischen das Tape und die Scheide zu gehen um beides besser zu trenne. Aber wenns noch nicht rausgeht, laß die Scheide einfach noch ein paar Tage länger trocken. Irgendwann gehts dann.

Sobald man Schwert, Papier und Tape aus der Schwertscheide raus hat, sollte man sich um den Scheidenmund kümmern. Mit nem Cutter Messer schneidet man die obere Kannte glatt. Dabei kann man auch Aussparungen die der Form des Schwerts entsprechen mit berücksichtigen.

Hauptsache man bekommt eine einheitliche glatte Schnittkante. Diese wird zunächst ebenfalls abgeschliffen. Besonders an den Ecken sollte entgratet werden. Dann greift man ein letztes Mal zum Leimpinsel und taucht nur die Pinselspitze in den Leim und tupft den dann auf die Kannte am Scheidenmund auf, so daß sich nach dem Trocknen hier wieder eine glatte Oberfläche bildet. Man sollte dabei darauf achten, daß kein Leim außen auf der Scheide oder innen runterläuft (notfalls sofort wegwischen).

Nach einem weiteren Tag Trocknen kann man jetzt die Schwertscheide bemalen. Zwei einfache Anstriche mit Acrylfarbe, schön in Längsrichtung gestrichen, reichen vollkommen aus. Auch auf dem Scheidenmund die Farbe nicht vergessen.

Nachdem die Farbe fertig ist, ist die Schwertscheide an sich fertig. ABER: bis der Leim tief im Inneren durchgetrocknet ist, vergehen noch etliche Wochen. In dieser Zeit dünstet da noch Abluft raus. Es mag also sinnvoll sein, ein Schwert nicht dauerhaft zum Lagern in der Scheide zu lassen. Insbesondere bei Stahlschwertern sei noch gesagt, daß diese Dämpfe (wie auch der Kleber selber) sauer sind und Stahl angreifen. Erst so nach nem halben Jahr (ca) sind die soweit verflogen.

Wer die Schwertscheide noch mit Leder oder Stoff beziehen will, kann sich das Bemalen natürlich schenken. Ums Schleifen sollte man sich da aber auch nicht drücken. ;)

Ist die Schwertscheide fertig, kann man sich an weitere Dinge wie einen passenden Schwertgurt machen. Es lohnt sich sehr, wenn das Schwert nicht mit am Leibgurt hängt. Zum einen optisch, zum anderen ist's ne Sache der Bequemlichkeit.
Beispiele dafür hab ich mittlerweile hier ergänzt.